Blog über den Versuch eines nachhaltigen Lebens mit / trotz / und vor allem wegen Kind. 

BLOG STORIES über kleine & große Schritte

Das Ding mit den Gewohnheiten


Gute Nachrichten zuerst: Gewohnheiten sind erlernt. Sowas wie, einmal am Tag die Klamotten vom Boden aufheben, wird uns beigebracht.


Aber mit all den guten Gewohnheiten, die uns durch den Alltag bringen, kommen auch die Schlechten. Wie Rauchen, Süßigkeiten vorm Fernseher, Kaugummis auf die Strasse spucken….



Meine größte Freude war es als Kind durch den Supermarkt zu laufen, geduldig, brav und friedvoll - weil ich wusste, dass an der Kasse ein Überraschungsei auf mich wartete. Also benahm ich mich. Auch eine Gewohnheit. 


Nun stehe ich an dieser Kasse mit meinem Sohn an der Hand und höre den Ruf nach einem Überraschungsei, welches ich ihm verweigere. Mein inneres Kind schreit: Gib, es ihm. DU hast sie geliebt! Und ich erkläre ihm, dass diese Dinger länger leben als er. Daraufhin werde ich bestaunt, als hätten mich gerade Aliens entführt. Neuer Versuch, ich starte mit, DAS kaufe ich dir nicht. Nun gut, sein lauter Widerspruch gibt mir zu erkennen, dass das jetzt pädagogisch nicht der beste Ansatz war. Nochmal also, sage ich langsam: Das tut dem Baum draussen weh. Oha, es erfolgt Schweigen und die Frage nach dem Warum. Also versuche ich das für Kinder Unmögliche zu erklären, dass es Dinge gibt, die größer sind als wir beide, dass man manchmal nicht so kann, wie man will, obwohl die Schokolade ja soooo lecker ist in diesem Ei. Er nickt, wir gehen und kaufen kein Ei. Später, viel später bekommt mein Sohn ein Überraschungsei vom Opa. Mein Sohn schweigt, sieht das Ei an, sieht mich, sieht das Ei an und sagt: Opa, dass kann ich nicht nehmen. Das tut dem Baum da draussen weh, weil es zu viel Plastik hat. OMG, war ich stolz. 

Ein Glas Joghurt



An Milchprodukten scheiden sich die Geister - und ja, zurecht. Denn von allen Lebensmitteln, auf die ich bereit bin zu verzichten, die ich auf die eine oder andere Art ersetzen kann, ist beispielsweise die Milch ein hoch-emotinales und soziologisches Thema für mich. 


Meine ersten Kindheitserinnerungen sind verknüpft mit Milch



Milch und Joghurt sind Teil meiner Kindheit - war ich krank, gab es Milch mit Honig, mein Lieblingsmüsli gab es mit Joghurt. Vorm Schlafengehen gab es noch einen Schluck Milch. Milch war für mich so normal, dass ich nicht mal auf die Idee kam, darüber nachzudenken, wo sie herkommt, geschweige denn sie mit einer echten Kuh in Verbindung zu bringen. So absurd es klingt, für mich kam Milch aus einer Tüte, nicht aus einer Kuh.


Die Kuh im Glas


Zugegebenermaßen stand am Anfang meiner plastikfreien Reise erneut nicht die Kuh, sondern das Glas. Ich fing an Joghurt und Milch im Glas anstatt in Plastik zu kaufen. Und für alle Kritiker gleich vorweg- auch hier kann man sich streiten, ob das Mehrwegglas nun besser oder schlechter für die Umwelt ist. Aber es ist eine Entscheidung, die ich zu Beginn getroffen habe. Und wie von selbst, kam mit der Milch im Glas der Gedanke an die Kuh und ich begann Hafermilch zu trinken. Und Freunde ja, es ist anders und braucht Zeit, sich an den Geschmack zu gewöhnen. Mittlerweile haben wir aber gar keine normale Milch mehr im Haus - nur der Joghurt, der kommt noch im Glas - vom Bauern um die Ecke. 

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Hm, was bedeutet das?
Okay, danke für den Hinweis.